Iliazd – ein Georgier in Paris

20. Mai 2019 | Kategorie: Artikel

Samstag, 23. November 2019, 16:00 Uhr
Seminarraum, 1. OG

Vortrag von Nino Müntnich

Ilja Sdanewitsch – Iliazd, wie er im Ausland genannt wurde, war Absolvent der juristischen Fakultät der St. Petersburger Universität, Lyriker, Schriftsteller, Herausgeber, Designer, Künstler, Grafiker und auch Maschinenbauer.

Ilja wurde 1894 in Tiflis (Georgien) geboren, als Sohn einer Georgierin und eines aus Polen stammenden Vaters war er kulturell überaus aufgeschlossen, durch seinen Bruder Kirill hatte er Verbindungen zur russischen Avantgarde, war leidenschaftlicher Schriftsteller, schrieb Artikel in Zeitungen, und für Michail Larionow Einführungen zu Ausstellungskatalogen. Noch in Tiflis gründete er die futuristische „Künstlergruppe 41°“, wo er mit neuen Gedichts-und Sprachformen experimentierte. 1921 emigrierte Ilja nach Paris, wurde dort Vorsitzender der russischen Künstlergesellschaft und organisierte solche Ballabende, die noch viele Jahre in der Pariser Gesellschaft zu den Gesprächsthemen zählten. Ilja arbeitete bei Chanel, entwarf Stoffe mit mathematischen Formeln, ähnlich zum Konstruktivismus, wurde Art-Direktor des Unternehmens. Aber am erfolgreichsten war Iliazd als Herausgeber, er gestaltete Kunstbände mit Picasso, Max Ernst, Joan Miro. Ilja starb 1975 in Paris und wurde auf dem Friedhof in Leuville-sur-Orge beigesetzt, wo auch andere exilierte Georgier beerdigt sind.

Im Vortrag wird über den Kosmopoliten – Iliazd – berichtet, der sich zwischen verschiedenen Kulturen und Sprachen bewegte.

Ilja Ilja Sdanewitsch

 

 

 

 

 

Nino_Muentnich

Nino Müntnich

 

 

 

 

 

 

 

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